Lovestory Marina & Wila

Lovestory Marina & Wila

Mein Leben war nach dem Studium nicht wie ich es mir vorgestellt hatte, alle meine Freunde waren in andere Großstädte gezogen und ich fand keine Arbeit, da nirgends eine Stelle frei war (komisch). Als ich das Gefühl hatte, dass ich immer mehr abstürze, beschloss ich, eine Auszeit zu nehmen und für einige Zeit wandern zu gehen, um mich selbst zu “finden”. Ich packte alles, was ich für die Reise benötigte, in meine Tasche. Die restlichen Sachen in meiner Wohnung packte ich ein und lagerte sie bei meinen Eltern im Keller, da ich meine Wohnung gekündigt hatte. Und schon am nächsten Tag ging es los.

Nachdem ich lange genug gewandert bin und es schon kurz vor Sonnenuntergang war, fand ich einen Platz, an dem ich mein Zelt aufbauen konnte und suchte mir schon mal genug Holz für ein Lagerfeuer. Als ich dann endlich fertig war, setzte ich mich hin, um mich ein wenig auszuruhen. Plötzlich hörte ich aus einem Gebüsch komische Geräusche. Ich bewaffnete mich mit einem Messer und versteckte mich hinter meinem Zelt. Plötzlich kam ein junger Mann aus dem Gebüsch. Ich steckte mein Messer erstmal weg und fragte, wer er sei und was er da suchen würde. Er stellte sich vor und behauptete, dass er sich verlaufen hätte. Aus irgendeinem Grund glaubte ich ihm und erlaubte es, sein Zelt neben meinem aufzubauen und das Lagerfeuer zu teilen. Er schien nicht viel Erfahrung mit Zelten zu haben und ich half ihm dabei seines aufzubauen. Es war ganz lustig, da er ziemlich humorvoll war. Wir unterhielten uns und ich erfuhr, dass er mit seinen Freunden diese Wanderung zusammen machen wollte, diese allerdings schon nach der ersten Übernachtung aufgegeben hatten und er es aber durchziehen wollte. Wir unterhielten uns weiter, wir hatten so viel zu erzählen, lachten viel, obwohl wir uns erst kennen gelernt hatten. Wir verhielten uns wie gute alte Freunde, die sich seit Jahren nicht mehr gesehen haben und dann über die vergangene Zeit erzählten. Später legten wir uns in unsere Zelte und schliefen. Am nächsten Morgen, als ich aufwachte, war er schon längst wach und hatte für uns beide Frühstück vorbereitet. Wir aßen zusammen und er fragte mich, ob ich was dagegen hätte, wenn er mit mir mitkommen würde. Eigentlich wollte ich diese Reise alleine machen, aber ich dachte mir, vielleicht wäre es ja auch nicht so schlecht etwas Gesellschaft zu haben, da es meistens viel lustiger ist und irgendwie schien er mir ganz sympathisch – ich stimmte zu. Wir packten unsere Sachen zusammen und gingen weiter. Irgendwann kamen wir an einen kleinen Bach, der aber eine sehr starke Strömung hatte. Um dort rüber zu kommen, mussten wir uns eine kleine Brücke bauen. Wir suchten ein paar Baumstämme, die breit genug waren, um darüber gehen zu können. Es dauerte ziemlich lange, bis wir genug Stämme fanden und diese zusammenlegten. Nach einer Weile, als wir meinten genug Stämme gefunden zu haben, versuchten wir, sie irgendwie zu befestigen und über den Bach zu legen. Alles schien ganz gut zu laufen, bis wir uns dann bereit machten, um über den Bach zu gehen. Er ging voraus, um alles abzusichern. Ich kam dann langsam hinterher, obwohl ich große Angst hatte, da die Stämme sehr wackelig und die Strömung ziemlich stark waren. Plötzlich rutschte ich aus und fiel ins Wasser. Ich hielt mich schnell an einem Stamm fest. Sofort kam er, um mir zu helfen und holte ein Seil aus seiner Tasche, was er um einen Baum schnürte. Dann warf er mir das andere Ende zu und zog mich aus dem Wasser. Zum Glück hatte er genug Kraft, um mich hochzuziehen. Ich legte mich hin und er gab mir eine Decke. Ich war so glücklich, dass er da war und mir geholfen hat. Ich bedankte mich sehr oft und fing vor Schock fast an zu weinen, doch er umarmte mich und versuchte mich zu beruhigen. Und es tat echt gut, von ihm so umarmt zu werden. Er gab mir etwas Trockenes zum Anziehen und ging ein bisschen weiter weg, damit ich mich in Ruhe umziehen konnte. Als ich mich dann beruhigt hatte, gingen wir weiter. Ich war froh, dass ich ihm begegnet bin und auch zugestimmt hatte, dass er mit mir kommen durfte. Wer weiß, was sonst passiert wäre, wenn er nicht da gewesen wäre. Ich fand das ganz süß, wie fürsorglich er die ganze Zeit mit mir umging, ständig fragte, ob alles okay sei, ob ich mich vielleicht noch einmal ausruhen möchte und so weiter. Nach einer Weile machten wir eine kleine Pause und überlegten uns, wo wir langgehen könnten. Da es auch langsam dunkel wurde, mussten wir uns einen Platz suchen, an dem wir unsere Zelte aufschlagen konnten. Als wir dann einen Platz fanden, bauten wir erst nur ein Zelt auf, um schnell ein Lagerfeuer anzuzünden, da es schon sehr kalt wurde. Als wir damit fertig waren, beschlossen wir, einfach gemeinsam in einem Zelt zu schlafen, da soweiso genug Platz für zwei Personen da war. Wir legten uns in das Zelt und unterhielten uns noch eine Weile. Er legte seinen Arm um mich und redete ganz ruhig und liebevoll, es war ein sehr angenehmes Gefühl. Nach kurzer Zeit wurden wir beide ziemlich müde, wir sagten uns gute Nacht und er gab mir einen Kuss auf die Stirn. Ab da bekam ich plötzlich ein komisches Gefühl, aber im positiven Sinne. Ich hoffte nur, mich nicht zu verlieben, denn ich dachte, wir würden nach dieser Reise wieder unsere eigenen Wege gehen. Das alles wird dann nur noch eine Erinnerung sein…
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Als ich aufwachte, schlief er noch und sein Arm lag immer noch um mich. Ich stand langsam und ganz leise auf, zog mich um und machte schon mal was zu essen. Es dauerte nicht lange, dann stand auch er auch auf und kam zu mir. Wir aßen zusammen und machten uns dann wieder bereit, um weiter zu gehen. Wir wanderten und unterhielten uns. Es lief alles gut und er fing sogar schon an, mir einige süße Komplimente zu machen und ich wusste nicht, was ich dazu sagen sollte. Es machte mich irgendwie glücklich. Später machten wir eine kleine Pause und er ging zum Bach runter, um sich etwas frisch zu machen. Ich wartete weiter oben und versuchte, mich ein wenig zu entspannen, schloss meine Augen und hatte nur ihn in meinem Kopf.
Als er wieder kam, setzte er sich neben mich und wir unterhielten uns kurz, dann sagte er mir, dass er mich toll findet und es als Schicksal sieht, dass wir uns getroffen haben. Ich hörte ihm zu und bekam dabei ein Kribbeln im Bauch, da ich dasselbe empfand. Wie er gestand ich ihm auch meine Gefühle. Plötzlich kam er mir näher und küsste mich. Ich konnte es nicht glauben. Das war die beste Reise meines Lebens. Ich wünschte mir, das alles würde niemals enden und ich würde mein Leben lang mit ihm von Ort zu Ort wandern.
Wir blieben noch eine Weile, dann gingen wir langsam weiter.

2 Tage lagen noch vor uns, bis wir am Ziel der Wanderung waren.
Am letzten Abend redeten wir über die Zeit und dass alles nur noch eine Erinnerung sein wird. Nach dem Aufstehen gingen wir weiter. Der Plan war es, ein Hotel oder Rasthof zu finden, bei dem man Bustickets kaufen kann. Am Nachmittag kamen wir endlich an einem Hotel an und kauften uns 2 Tickets nachhause. Da die Fahrt erst am nächsten Morgen losging, reservierten wir uns zwei Zimmer für die Nacht. Wir beschlossen, die letzten Stunden noch etwas zusammen zu unternehmen und gingen am Abend gemeinsam im Restaurant essen. Später saßen wir noch draußen und unterhielten uns. Es machte mich traurig, zu wissen, dass es der letzte Abend sein wird, den wir gemeinsam verbringen werden. Irgendwann gingen wir in unsere Zimmer und schliefen.
Ein Klopfen weckte mich, ich stand schnell auf und öffnete die Tür. Da stand er vor mir. Er sah mich an und umarmte mich ganz plötzlich, dann gab er mir noch einen Kuss auf die Wange und verabschiedete sich von mir. Ich machte mich langsam fertig, da ich noch genug Zeit hatte. Ich musste die ganze Zeit an ihn denken, einerseits machte es mich traurig, andererseits war ich auch glücklich, diese Reise gemacht zu haben – es war eine gute Entscheidung.
Als die Zeit gekommen war, ging ich raus und wartete bis der Bus kam. Der Bus kam und ich stieg ein. Während der Fahrt musste ich ständig zurück an diese ganze Reise denken, wie schnell es doch vorbei war…

Als ich zwei Jahre später zur Arbeit ging, sah ich vor meinem Büro ein paar Leute mit meinem Chef stehen. Ich ging auf die Leute zu und begrüßte sie. Als sich der eine umdrehte, blieb mein Herz fast stehen. Er stand da und er erkannte mich ebenso wie ich ihn. Wir gaben uns die Hand. Mein Chef erklärte mir, dass wir einen neuen Auftrag hätten und ich mit ihm zusammenarbeiten sollte. Seitdem hatten wir dann mehr Kontakt, trafen uns privat und redeten über die Reise. Irgendwann wurde unsere Liebe immer größer und nach 4 Jahren heirateten wir.

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